Iron Bike Race 2013

Tag der Wahrheit

Am 22. September gilt es ernst. Nun kommt es aus, ob die knapp 3’000 Trainingskilometer und die 60’000 Höhenmeter reichen, um die lange Strecke des Ironbike in Einsiedeln über 101 km und 3’600 Höhenmeter in weniger als 8 Stunden absolvieren zu können.

Am Start ist es noch ziemlich kalt, trotzdem starte ich kurzärmlig und mit kurzen Hosen, da für den Rest des Tages warmes und trocknes Bikewetter angesagt ist. Angefeuert von Alexandra, Lea, Cornel und Lucas starte ich mit über 200 anderen zu einem ereignisreichen Biketag. Im Feld ziehen wir alle los wie die Profis und die ersten 10 km bis zur Teufelsbrücke sind schon nach 20 Minuten absolviert. Dann geht es bergauf und jeder fährt sein Tempo. Ich bin gut unterwegs, auch wenn ich ab und zu von schnelleren überholt werde.

Die ersten beiden Abfahrten und Aufstiege überstehe ich gut, das Tempo stimmt. Auch im Aufstieg zur Sattelegg läuft’s noch Prima. Auf der Sattelegg genehmige ich mir ein Sponsergel, zur Abwechslung zu meinen Winforce und Verofit Gels. Angefeuert von Alexandra und Lucas erklimme ich Büel und zerreisse mir in der Abfahrt nach Euthal mein Veloleibchen. In Euthal werde ich von Doris und Dani Meier angefeuert, doch im Aufstieg zum Wisstannen erhalte ich dann die Quittung für die ungewohnte Nahrung. Mein Magen rebelliert und in den Beinen fehlt die Kraft. Mühsam quäle ich mich zum Wisstannen hoch. Oben angekommen beschliesse ich, in Unteriberg das Rennen aufzugeben und nach Einsiedeln zurückzufahren.

In der Abfahrt vom Wisstannen erhole ich mich wieder ein bisschen, aber in der Ebene nach Studen komme ich kaum vorwärts. In Studen verpflege ich mich mit Brot und Banane und fahre dann gemütlich nach Unteriberg weiter. Der Streckenposten vor Unteriberg nimmt aber keine Abmeldungen entgegen und sendet mich weiter auf die lange Strecke. So fahre ich weiter Richtung Anstieg nach Oberiberg. Zu meiner eigenen Überraschung komme ich gut den steilen Anstieg nach Oberiberg hoch und kann dabei sogar ein paar Fahrer überholen. Mein Magen hat sich beruhigt und die Beine funktionieren wieder. So fahre ich weiter Richtung Adlerhorst. Auch in diesem Steilstück kann ich wieder ein paar Fahrer überholen, meinem Ziel, nicht letzter zu werden komme ich ein gutes Stück näher.

Anfangs Aufstieg zum Spirstock plagen mich nach der Fuederegg kurz Wadenkrämpfe, mit ruhigem drucklosen Weitertrampen kriege ich sie aber wieder weg und gemeinsam mit einem Berner Biker erreiche ich den Spirstock, wo mich Dani und Doris ein zweites Mal anfeuern. Vom Spirstock bis zum Kontrollschluss auf der Ibergeregg verbleiben mir nur noch 30 Minuten. So lass ich es dann auf den Abfahrten dahin ordentlich laufen. Zu dumm, dass ich mir 500 m vor der Ibergeregg und 5 Minuten vor Kontrollschluss den Hinterreifen an einem Stein aufschlitze. Da nützt die ganze Dichtmilch nichts mehr und ich muss Reifen reparieren. Alle Fahrer ziehen an mir vorbei, bis der Schlussfahrer bei mir hält und mir bei der Reparatur hilft. Geknickt und mit 10 Minuten Verspätung erreiche ich den Kontroll- und Verpflegungsposten auf der Ibergeregg.

Umso grösser war mein Freude, als mir der Streckenposten nach dem Verpflegungsstop mitteilte, dass ich schon noch fertig fahren könne, ich würde ja noch fit wirken. Frisch gestärkt pedaliere ich in Begleitung zweier Schlussfahrer in Richtung Holzegg los. In einer Abfahrt vor der Holzegg hole ich mir dann noch einen Snakebite am Hinterrad. Dank dem Ersatzschlauch meines Begleiters kann ich aber nochmals reparieren und fahre danach ohne weitere Zwischenfälle dem Ziel entgegen.

Nach 8:29 erreiche ich nach einer ereignisreichen Fahrt glücklich das Ziel. Eine halbe Stunde langsamer als geplant, aber der grosse Applaus im Festzelt und das vom OK gesponserte Bier trösten mich über meinen letzten Rang weg. Es war ein toller, aber anstrengender Biketag.

Bilder und Ranglisten

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